Das Gesundheitswesen wie auch andere Branchen werden von verschiedenen Trends und Treibern beeinflusst, die das Potenzial haben, die Wettbewerbsarena neu zu gestalten. Um in der Zukunft erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen die daraus resultierenden komplexen Herausforderungen erkennen und sich auf sie vorbereiten. Als wesentliche Treiber sind gesellschaftliche Trends, wie z. B. der anhaltende demographische Wandel, das wachsende Bewusstsein der Patienten, Lifestyle-Krankheiten und die Selbstdiagnose zu nennen. Als wirtschaftliche Trends finden wir häufig schrumpfende Markteintrittsbarrieren, den Bedarf an Mitarbeiterschulungen, eine zunehmende Fitness- und Wellnessbranche und einen dringenden Bedarf an Innovationsmanagement. 3-D- und 4-K-Visualisierung, Big Data, Miniaturization, Internet of Things, Kombiprodukte, mobile Health, 3-D-Druck und personalisierte Medizin sind wichtige technologische Treiber. Dabei werden neue regulatorische Standards, Änderungen in der Gesundheitsversorgung und Cybersicherheit stark von politischen Faktoren beeinflusst, die zu einem sich ständig ändernden regulatorischen Umfeld führen. Diese Faktoren führen zu wachsender Komplexität in den vielen Bereichen des Gesundheitswesens, die es erfolgreich zu managen gilt.

  • Pharmazeutika und Biotechnologie

    Die Produktion in der pharmazeutischen Industrie steht im Zeichen des Wandels und stellt nahezu alle Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Die mit dem demographischen Wandel in den Industriestaaten einhergehenden Absatzsteigerungen und die wachsende Nachfrage nach medizinischen Produkten aus den Entwicklungsländern ermöglichen kontinuierlich steigende Produktionsmengen. Steigender Wettbewerbsdruck durch Generika, auslaufende Blockbuster und kürzere Patentlaufzeiten bringen die Margen der pharmazeutischen Produzenten unter Druck. Es ist an der Zeit, diesem Druck konsequent und systematisch entgegenzuwirken.

  • Diagnostik

    Die Diagnostik-Branche steht vor der Herausforderung, anhaltenden Entwicklungen wie einer Überalterung der Gesellschaft, einer Vielfalt neu auftretender Krankheitsbilder und steigenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Hinzu kommen stetig an Bedeutung gewinnende Trends wie der Forderung nach Personalisierung von Therapien, patienten-nahen Diagnoseverfahren und nicht zuletzt ein wachsender Kostendruck. Operative Exzellenz und Innovationsprozesse, die Expertisen aus unterschiedlichsten Disziplinen intelligent integrieren, sind die Voraussetzungen, um in zusehends kürzeren Zyklen, Lösungen für immer komplexere Anwendungsfälle erfolgreich am Markt zu platzieren.

  • Medizintechnik

    Innovative medizintechnische Lösungen sind unentbehrlich für alternde Gesellschaften und die stärker werdende Nachfrage in Schwellenländern. Allen Wachstumsprognosen zum Trotz stehen alle Anbieter vor steigenden Entwicklungsrisiken. Die zentralen Herausforderungen im Komplexitätsmanagement bestehen darin, den gesundheitswirtschaftlichen Nutzen zu treffen, Zulassungshürden – insbesondere vor dem Hintergrund der Medical Device Regulation – zu überwinden und dem Bedarf an immer stärkerer Vernetzung der Geräte und Systeme gerecht zu werden. Unsere 12 Lean Innovation Prinzipien haben weltweit in über 50 Projekten zuverlässig gezeigt, dass treffsichere Innovationen ohne Verschwendung nachhaltiges Erfolgspotential aufweisen und beispielsweise durch innovative Plattformkonzepte erschlossen werden können.

  • Consumer Healthcare

    Hier treffen hohe Freiheitsgrade, hochintensiver Wettbewerb und zunehmende Personalisierung von Produkten aufeinander. Die zentrale Herausforderung im Komplexitätsmanagement besteht darin, die Produktarchitekturen so zu gestalten, dass eine schnelle Generierung von Derivaten möglich ist. Dabei kommen Plattform- und Modularisierungsmethodiken zum Einsatz, die bisher nur „Stahl und Eisen-Produkten“ vorbehalten waren. In der Folge gilt es, die Netzwerkkomplexität der globalen Produktionsnetzwerke so zu optimieren, dass genau die richtigen Lösungen zur richtigen Zeit weltweit zur Verfügung stehen. Über 40 Projekte weltweit haben gezeigt, dass Geschwindigkeit ein wertvoller Wettbewerbsvorteil ist.

Weitere Informationen

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    • Mittels Benchmarking Operational Excellence erreichen


      Das globale Produktionsnetzwerk eines führenden Herstellers für Diagnostika im Gesundheitswesen wies deutliche Unterschiede im Hinblick auf Leistungsfaktoren und in der Operational Excellence (OPEX) zwischen den Standorten auf. Bemühungen interne Benchmarkings durchzuführen erzielten wenige Verbesserungsmöglichkeiten. Daher wurde eine externe Benchmark-Datenbank in die Gleichung aufgenommen. Über die OPEX-Datenbank der Universität St. Gallen konnten die Produktionsstandorte des Unternehmens mit einer größeren Anzahl von pharmazeutischen Produktionsstätten verglichen werden und Verbesserungen hinsichtlich der Produktivität, der Qualität und der Verkürzung der Durchlaufzeit aufgezeigt werden. Die OPEX-Datenbank erwies sich bei der Untersuchung von Leistungsabweichungen an den Standorten und bei der Suche nach bisher nicht gesehenen Verbesserungsmöglichkeiten als sehr hilfreich. Einzelne Standorte konnten so Einsparungen von bis zu 18 % erzielen.

    • Durch Prozessorientierung die Komplexität erfolgreich managen


      Viele Unternehmen in der Gesundheitsbranche, sehen sich mit zunehmender Komplexität konfrontiert. Vor diesem Hintergrund wurde deshalb bei unserem Kunden die Komplexität im Hinblick auf die Prozessabläufe analysiert. Basierend auf den Ergebnissen begann das Unternehmen schnell mit der Umsetzung der empfohlenen Verbesserungsmaßnahmen. Durch gezieltes Coaching in der Prozessorientierung wurden Silodenken und funktionale Trennungen aufgehoben und so die Qualität des Herstellungsprozess und schließlich die Produktqualität verbessert. Durch die Einbeziehung der Mitarbeiter in die Analyse, sind die eingeführten Maßnahmen schnell auf Akzeptanz gestoßen. Die Mitarbeiter verstehen, wie die Prozessabläufe zur Gesamtwertschöpfung beitragen und arbeiten Hand in Hand.